Die Werkserie „Earth Song“ markiert einen weiteren Punkt meiner Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Mensch, Natur und Verantwortung. Nach One of the Big Five und Red Listed verschiebt sich der Fokus zu einer emotionalen und existenziellen Dringlichkeit.
Ausgangspunkt ist die Wirkung und der Einfluss von verschiedenen anderer Künstler*innen unterschiedlicher Kunstrichtungen – insbesondere des Songs Earth Song von Michael Jackson. Nicht als Vorlage im illustrativen Sinne, sondern als emotionaler Impuls, der nachhallt und sich in meine Bildsprache übersetzt. Ich male nie im Moment des Hörens, sondern erst danach – wenn sich Klang in Gefühl verwandelt hat und eine innere Notwendigkeit entsteht, darauf zu reagieren.
Die Arbeiten dieser Serie sind expressiv. Farbe wird zur unmittelbaren Reaktion, Geste zur Verdichtung von Emotion. Fragmente von Sprache – inspiriert von der Struktur und Dringlichkeit der Lyrics – tauchen als gebrochene, teilweise überlagerte Typografie in den Bildern auf. Sie sind keine Zitate im klassischen Sinne, sondern Spuren: Fragen, Andeutungen, Widerhall.
Im Zentrum steht die Klimakrise – nicht als abstraktes Thema, sondern als Zustand, der von menschlichem Handeln geprägt ist und sich zugleich unserer Kontrolle entzieht. Die Werke zeigen keine distanzierte Natur, sondern emotionale Gegenüber: Verletzlichkeit, Würde, Erschöpfung und stille Anklage.
Die Werkserie „Earth Song“ versteht sich dabei nicht als Interpretation eines Liedes, sondern als dessen persönliche Weiterführung in ein visuelles Medium – als ein Raum, in dem sich die Fragen des Songs fortsetzen, ohne abschließend beantwortet zu werden.
Was bleibt ist eine offene Frage zwischen Bild und Betrachter:
Was ist Natur noch wert?
Und was ist mit uns?
Die Werkserie kann im Rahmen der Klimameile Wennigsen (23. August 2026) im Bürgersaal besichtigt werden.
