Mit unserer Gemeinschaftsausstellung „KIPPPUNKTE – 3 künstlerische Ansichten“ haben Jana Kämmerling, Joachim Klang und ich uns gemeinsam mit der Klimakrise, unserer Umwelt und gesellschaftlichem Wandel auseinandergesetzt.

Dabei sind drei sehr unterschiedliche künstlerische Positionen aufeinandergetroffen: expressive Malerei, gesellschaftskritische Zeichnungen und eine gemeinsam entwickelte, begehbare Installation. Gerade diese unterschiedlichen Sichtweisen haben für mich den besonderen Reiz des Projektes ausgemacht.
Schon am Eingang des Rathauses wurden die Besucherinnen und Besucher unmittelbar Teil der Ausstellung. Ein großer Vorhang aus Klimastreifen (Climate Stripes © Ed Hawkins) bildete den Zugang zum Bürgersaal. Wer die Ausstellung betreten wollte, musste durch diesen Vorhang hindurchgehen. Das Thema Klimawandel war damit nicht nur auf Bildern und Zeichnungen präsent, sondern wurde bereits beim Eintritt körperlich und unmittelbar erfahrbar.

Eine begehbare Landschaft
Im Bürgersaal entstand durch die Skulpturen abgestorbener Bäume eine begehbare Landschaft. Die Installation Tierische Augen zwischen brennenden Hölzern“ führte die Besucherinnen und Besucher ebenfalls mitten durch das Geschehen.
Man konnte ihnen kaum ausweichen – und genau darin lag für mich eine wichtige Aussage: Wegsehen ist angesichts der Veränderungen unserer Umwelt nicht mehr so einfach möglich.
Die einzelnen Arbeiten entwickelten im Zusammenspiel eine ganz eigene Atmosphäre. Jede künstlerische Position blieb dabei eigenständig und setzte doch einen weiteren Akzent innerhalb des gemeinsamen Themas.

Die Klimameile am 23. August
Ein besonderer Höhepunkt war für uns der Ausstellungstag im Rahmen der Klimameile am 23. August.
Die Ausstellung war gut besucht und es entstanden viele interessante Gespräche. Ich habe es als sehr bereichernd empfunden, mit den Besucherinnen und Besuchern unmittelbar über die Arbeiten, ihre Wahrnehmungen und die Themen der Ausstellung ins Gespräch zu kommen.
Zusätzlich entstand durch eine von uns drei Künstler*innen gemeinsam eingesetzte Klanginstallation eine weitere Wahrnehmungsebene. Die Klänge verdichteten die Atmosphäre im Raum und machten den Ausstellungsbesuch noch unmittelbarer.


Besonders gefreut hat mich eine Rückmeldung, die uns nach dem Besuch erreichte:
„Die Ausstellung hat mich sehr nachdenklich gemacht und berührt.“
Für mich beschreibt dieser Satz sehr schön, was Kunst im besten Fall leisten kann: Sie muss nicht immer fertige Antworten geben. Sie kann Fragen aufwerfen, Gefühle auslösen und dazu anregen, die eigene Sichtweise zu hinterfragen.
Drei Perspektiven – ein gemeinsames Projekt
„KIPPPUNKTE“ war für mich deshalb nicht nur eine Ausstellung, sondern auch eine spannende künstlerische Zusammenarbeit.
Die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Jana Kämmerling, Joachim Klang und mir haben sich ergänzt und zugleich Reibungsflächen geschaffen. Gerade diese Unterschiede haben das gemeinsame Projekt lebendig gemacht.
Die begehbaren Installationen ermöglichten es, die Themen nicht nur anzuschauen, sondern sich buchstäblich durch sie hindurchzubewegen. Die Begegnungen mit den Besucherinnen und Besuchern haben mir dabei noch einmal gezeigt, wie unmittelbar Kunst einen Zugang zu komplexen gesellschaftlichen und ökologischen Fragen schaffen kann.

Was bleibt
Inzwischen ist die Ausstellung abgebaut. Die Skulpturen, Zeichnungen, Bilder und Installationen sind wieder an ihre jeweiligen Orte zurückgekehrt.
Geblieben sind für mich jedoch die vielen Gespräche, Eindrücke und Begegnungen, die während der Ausstellung entstanden sind. Gerade dieser Austausch ist ein wichtiger Teil solcher Projekte und macht eine Ausstellung für mich zu mehr als der Präsentation einzelner Kunstwerke.
Ich bedanke mich herzlich bei allen Besucherinnen und Besuchern für ihr Interesse, ihre Zeit und die vielen persönlichen Rückmeldungen.
Ein besonderer Dank gilt der Gemeinde Wennigsen für die Förderung im Rahmen der Kulturförderung der Gemeinde Wennigsen. Gefördert wurde die von uns entwickelte Kunstinstallation, die ein wesentlicher Bestandteil von „KIPPPUNKTE“ war.
